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1990
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(1990): Veränderungen im moralischen Urteil und Sanktionsverlangen der Bundesbürger seit 1970 : Eine empirische Bestandsaufnahme. In: Kriminologisches Journal (22), S. 284-297
Abstract: Die Hypothese, dass die Bandbreiten des moralisch Zulässigen gestiegen seien und eine Zunahme der tolerierten Normabweichungen in der Bundesrepublik Deutschand eingetreten sei, wird anhand der Zusammenfassung empirischer Befunde über Veränderungen im moralischen Urteil und Sanktionsverlangen der Bundesbürger seit 1970 überprüft. Die Basis bilden Replikationsstudien zu einer 1970 durchgeführten Studie, die 1982 und 1987 in Form repräsentativer Umfragen realisiert wurden. Erhoben wurden jeweils die moralische Beurteilung und das Sanktionsverlangen für eine Reihe konkret formulierter Delikte. Die Befunde zeigen, dass es im Bereich der Beurteilung abweichender Verhaltensweisen seit 1970 in der Bundesrepublik keinen allgemeinen Wertewandel gegeben hat. Auch wenn manche der Delikte untereinander korreliert sind, so weisen sie doch eigene, spezifische Komponenten und eine eigene Entwicklung auf. Betont wird, dass moralisches Urteil und Strafverlangen zwar bei den meisten Delikten parallel gehen, dass sie aber bei einem Teil der Delikte divergieren. Es wird gefolgert, dass das normative Klima in der Bevölkerung gegenüber Abweichungen nur durch die Kombination dieser beiden Dimensionen angemessen erfasst werden kann. zitiert von: 14
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