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  • 1979

  • Jung, Peter (1979): Zusammenhänge zwischen dem Konstrukt der sozialen Intelligenz, Meinungskonformität und Rollenwahrnehmung in Gruppen. Ein Beitrag zum Konstruktproblem der sozialen Intelligenz.

    Abstract: Probleme der Erfassung des Konstrukts "Soziale Intelligenz", insbesondere mit Hilfe der "Six Factor Tests of Social Intelligence" (SFTSI) von O'Sullivan und Guilford, werden diskutiert. Aufgrund einer Analyse vorliegender Befunde wird die Annahme vertreten, dass die diesem Test zugrundeliegende Definition sozialer Intelligenz und die Art der Operationalisierung keine validen Ergebnisse erwarten lassen. Dazu wurde mit 220 Schülern aus elften Klassen von Gymnasien eine empirische Untersuchung durchgeführt. Ihnen wurden vier der sechs Tests der SFTSI ("Missing Cartoons", "Expression Grouping", "Cartoon Prediction", "Social Translation") vorgelegt, und zwar zusammen mit dem "Leistungsprüfsystem" (LPS), das verbale Intelligenz erfasst, einem soziometrischen Fragebogen zur Messung soziometrischer sozialer Intelligenz und soziometrischer Führerschaft sowie einem Meinungsfragebogen, um verschiedene Aspekte der Meinungskonformität (Kenntnis der Bevölkerungsnorm und der Klassennorm) zu erfassen. Unter anderem zeigten sich folgende Ergebnisse: (1) Die drei SFTSI-Tests, die als Reizvorlagen Cartoons benutzten, wiesen korrelativ und faktorenanalytisch starke Zusammenhänge auf, die als gemeinsame Methodenvarianz interpretiert werden; dieselben Tests zeigten keine konvergente Validität zu den "Social Translations" und der soziometrischen sozialen Intelligenz. (2) Die vier SFTSI-Tests zeigten sich zwar dimensional, nicht aber korrelativ unabhängig von den einzelnen Tests des LPS; die geforderte diskriminative Validität gegenüber der verbalen Intelligenz bestätigte sich somit nicht. (3) Soziometrische Führerschaft wies lediglich zur soziometrischen sozialen Intelligenz, aber zu keinem der Tests des SFTSI eine bedeutsame Beziehung auf. Als Schlussfolgerung aus den Ergebnissen werden die dem Konstrukt zugrundeliegenden kognitiven Verarbeitungsprozesse zu bestimmen und in einem handlungstheoretisch orientierten Modell zu verknüpfen versucht. Soziale Intelligenz wird hierbei nicht als "trait" verstanden, sondern als Handlungsweise in einer bestimmten, realen oder vorgestellten Situation. Konsequenzen dieser Auffassung für die Erfassung sozialer Intelligenz werden diskutiert.

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